Covid 2.0: Ansteckender aber nicht tödlicher

Eine umfassende globale Studie zu Coronavirus-DNA-Sequenzen hat bestätigt, dass ein als Spike D614G bekannter Mutantenstamm weitaus ansteckender als frühere Stämme ist, jedoch nicht tödlicher.

Die Nachricht stammt aus einer Studie, die diese Woche in der US-amerikanischen Fachzeitschrift ‚Cell‘ veröffentlicht wurde. Es umfasste die genetische Sequenzierung von mehr als 6.000 Coronavirus-DNA-Sequenzen aus der ganzen Welt. Von all diesen Tausenden von Varianten war einer, der den Forscher besonders Sorgen bereitet hatte: der Spike D614G-Stamm – ein mutiertes Virus mit einer entscheidenden Änderung seines DNA-Codes, die die sogenannten „Spike-Proteine“ auf der Virusoberfläche beeinflusst. Diese Spitzen ermöglichen es ihm, in menschliche Zellen einzudringen, und die Mutation scheint es dabei noch besser dabei zu machen.

Eine vorläufige Version dieser Ergebnisse wurde bereits im Open-Access-Preprint-Repository bioRxiv veröffentlicht, bevor ein Peer Review als „Frühwarnung“ für andere Forscher durchgeführt wurde, die neue Virusstämme untersuchen. Seitdem haben die Wissenschaftler hinter der Studie jedoch bestätigt, dass der neue Stamm nicht mit einer „erhöhten Schwere der Erkrankung“ verbunden ist. Mit anderen Worten, es macht die Menschen nicht kranker als die früheren Stämme, die sich ursprünglich in Europa und Amerika verbreiteten.

Warum sind das gute Nachrichten? Ist nicht alles, was wir von Politikern, Vertretern des öffentlichen Gesundheitswesens und den Massenmedien hören, wie wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen, stoppen und sogar unterdrücken sollen? Sie alle singen seit Monaten aus demselben Hymnenblatt in dieser Nachricht. Aber es gibt ein kleines Problem: Sie haben keine Ahnung, wovon sie sprechen.

Auch hier sollte auf das Grundprinzip hingewiesen werden, das den Lebenszyklus eines Atemwegsvirus regelt: Ein erfolgreiches Virus ist ein mildes Virus. Ein Wirt, der stark geschwächt oder tot ist, kann das Virus nicht durch Husten und Niesen verbreiten. Während sich das Virus repliziert und weiterentwickelt, neigen Mutationen, die dazu neigen, es milder (und daher weniger tödlich) zu machen, dazu, sich zu den am weitesten verbreiteten Stämmen aufzubauen.

Dies wurde zuvor schon öfters von Virologen gesagt. Nehmen Sie die Expertise von Lawrence Young, Professor für molekulare Onkologie an der University of Warwick. Er war nicht an der Studie beteiligt und hatte daher kein berechtigtes Interesse. Er sagte gegenüber CNN: „Die aktuelle Arbeit legt nahe, dass die Spike D614G-Variante zwar ansteckender, aber nicht pathogener ist. Es besteht die Hoffnung, dass das Virus mit der Ausbreitung der SARS-CoV-2-Infektion weniger pathogen wird.“

Oder wie wäre es mit Edward Feil, Professor für Biologie und Biochemie an der University of Bath. In einem Schreiben in The Spectator am Freitag erklärt er, wie es nicht möglich ist, die zukünftige Ausbreitung eines Virus – selbst eines aktiven, dessen DNA-Sequenz bekannt ist – vorherzusagen: „Es ist nahezu unmöglich, die zukünftigen Wege der Virulenz und Übertragbarkeit von neu auftretenden Krankheitserregern vorherzusagen.“ Zunächst zitiert er jedoch die allgemeine Weisheit, die jeder kompetente Biologiestudent kennen sollte: „Ein neuer […] Krankheitserreger wird sich im Laufe der Zeit entwickeln, um gutartiger zu werden und in Freundschaft mit seinem Wirt zu leben.“ Genau das repräsentiert Spike D614G.

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