Studie: Diabetiker von Covid-19 besonders gefährdet

Wie neue russische Daten verdeutlichen, sind Diabetiker nicht nur mit einer höheren Mortalitätsrate bei Covid-19 konfrontiert, sie scheinen auch leichter daran zu erkranken.

Bei Diabetikern ist die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, 10,3-mal höher, und ihre Symptome sind schwerer und lebensbedrohlicher, wobei mehr als ein Viertel aller infizierten Patienten bereits als Vorerkrankung an der Krankheit leiden.

Das sagte die russische Vize-Premierministerin Tatjana Golikowa, die erklärte, das Coronavirus sei besonders gefährlich für diejenigen, die an der weit verbreiteten Stoffwechselstörung leiden.

„Bei Patienten mit Diabetes ist eine Covid-19-Infektion 10,3-mal häufiger“, erklärte Golikowa. „Patienten mit Diabetes erleiden die Krankheit schwerer und entwickeln häufiger ein akutes Atemnotsyndrom sowie ein Atemversagen, das eine künstliche Beatmung [erfordert] und leider auch eine höhere Sterblichkeit zur Folge hat.“

Laut Golikova haben 27 Prozent aller infizierten Patienten Diabetes unter ihren Komorbiditäten, und dies wird oft durch eine erhöhte Glykämie erschwert. Anfang 2020 wurde bei 5,1 Millionen Menschen in Russland Diabetes diagnostiziert. Sie stellte fest, dass das Risiko bei Patienten mit Bluthochdruck noch höher ist.

Merkwürdigerweise erlebte der amerikanische Covid-19-Patient Mario Buelna Anfang dieser Woche genau die umgekehrte Situation – er erkrankte zum ersten Mal an Diabetes, nachdem er sich mit dem Coronavirus angesteckt hatte. Nach Angaben seiner Ärzte in Mesa, Arizona, wurde Buelnas Diabetes durch Covid-19 ausgelöst.

Im Gespräch mit der in London ansässigen Nachrichtenagentur Reuters meint Dr. Robert Eckel, Präsident für Medizin und Wissenschaft der American Diabetes Association, dass das Coronavirus „eine völlig neue Form von Diabetes“ verursachen könnte.

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