Studie: Aromen im Schlaf können die Prüfungsleistungen verbessern

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass Gerüche beim Lernen eine Rolle spielen, insbesondere bei der Verbesserung von Prüfungsleistungen. In dem Bericht, der in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, stellte der Hauptautor Jürgen Kornmeier fest, dass Düfte eine unterstützende Wirkung haben, die „sehr zuverlässig im Alltag funktioniert und gezielt eingesetzt werden kann“.

Ihre Ergebnisse stützen frühere Forschungen, die besagen, dass ein bestimmter Duft die Gedächtnisleistung steigern kann, wenn er mit Schlaf und Lernen gepaart wird. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es einfacher ist, sich an Informationen zu erinnern, wenn man einen Duft riecht und dann neben einer Quelle mit demselben Geruch schläft. Die Ergebnisse von Kornmeier und seinem Team gehören jedoch zu den wenigen, die in realen Situationen angewendet wurden.

Der Mensch nimmt Informationen über seinen Seh-, Hör-, Tast-, Geschmacks- und Geruchssinn auf – oft im Einklang. Das Gehirn wählt hervorstechende Informationen aus und macht sich ein zusammenhängendes Bild davon, was in der Umgebung passiert. Details können zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden, wenn eine kleine Auswahl dieser sensorischen Informationen in das Kurzzeitgedächtnis und ein noch kleinerer Teil davon in das Langzeitgedächtnis übertragen wird.

Verbindungen zwischen Geruchssinn und Gedächtnis erforschen

Wissenschaftler haben die Zusammenhänge zwischen Geruchssinn und Gedächtnis untersucht, wobei einige der Meinung sind, dass diese Beziehung für die Verbesserung des Lernens nützlich sein könnte. In einer Studie aus dem Jahr 2017 setzten die Wissenschaftler Teilnehmer, die eine Lernaufgabe durchführten, einem bestimmten Geruch aus. Derselbe Geruch wurde auch allen anderen Teilnehmern präsentiert. Diejenigen, die den Geruch während des Slow-Wave-Schlafs rochen, schnitten bei Gedächtnistests besser ab als diejenigen, die den Geruch während des REM-Schlafs rochen. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch bei denjenigen, die den Geruch während des Slow-Wave-Schlafs rochen, im Vergleich zu denjenigen, denen der Geruch zunächst nicht präsentiert wurde.

In der jüngsten Studie verwendete das Team diese Technik ex-situ. Insgesamt 54 Schüler einer sechsten Klasse aus Deutschland wurden von den Wissenschaftlern für die Studie rekrutiert. Die Teilnehmer wurden gebeten, Rosen-Duftstäbchen neben sich zu halten, während sie zu Hause englische Vokabeln lernten. Nach einer Woche wurden die Schüler einer Prüfung unterzogen.

Die Wissenschaftler teilten die Hälfte der Studenten in vier Versuchsgruppen ein. Diejenigen, die keinem Geruch ausgesetzt waren, gehörten zu Gruppe 1, während diejenigen, die dem Rosenduft beim Lernen zu Hause und während der Vokabeltests ausgesetzt waren, zu Gruppe 2 gehörten. Gruppe 3 bestand aus Schülern, die dem Rosenduft ausgesetzt waren, während sie zu Hause lernten und in jeder Nacht vor dem Test, aber nicht während des Tests.

Diejenigen, die dem Rosenduft während des Lernens zu Hause, jeden Abend vor dem Test und während des Tests ausgesetzt waren, gehörten zu Gruppe 4. Schüler, die keinen Duft erhielten, fungierten als Kontrollgruppe.

Die Gruppen 3 und 4 schnitten deutlich besser ab als die Gruppen 1 und 2. Auch die Teilnehmer der Gruppe 2, die den Duft während des Lernens und des Tests erlebten, profitierten nicht davon, was die Bedeutung der Exposition während des Schlafs unterstreicht.

Signifikante Leistungssteigerung

Es gab eine signifikante Steigerung der Lernleistung um etwa 30 Prozent, wenn die Räucherstäbchen während des Lernens und Schlafens verwendet wurden. Ausschlaggebend war, dass die Personen der Gruppe 4 während des Schlafs dem Duft ausgesetzt waren, denn auch wenn sie etwas besser abschnitten als die Personen der Gruppe 3, war der Unterschied nicht signifikant.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Duft die Gedächtnisleistung steigert, auch wenn er die ganze Nacht über vorhanden war. „Das macht die Ergebnisse alltagstauglich“, so Kornmeier.

Die 54 Teilnehmer waren nicht groß genug, um eine endgültige Aussage treffen zu können, aber es besteht kaum ein Zweifel daran, dass die Geruchs- und Gedächtnisaufgabe auch für andere Menschen von Nutzen sein wird, da sie sich auf reale Situationen übertragen lässt. Da das Protokoll relativ einfach zu befolgen ist, werden hoffentlich bald weitere Untersuchungen folgen.

Da das Experiment unter realen Bedingungen durchgeführt wurde, sind gewisse Einschränkungen unvermeidlich. So mussten sich die Wissenschaftler beispielsweise darauf verlassen, dass die Teilnehmer den Rosenduft zu Hause richtig anwenden. Die Forscher hatten auch keine Kontrolle über die Nähe der Duftstäbchen beim Lernen zu Hause oder beim Schlafen, was bedeutet, dass jeder Schüler möglicherweise eine unterschiedliche Intensität des Duftes wahrgenommen hat.

Alles in allem ergänzen die Ergebnisse dieser Studie die vorhandenen Belege dafür, dass die Kombination von Lernen und Schlafen mit einem bestimmten Duft die Gedächtnisleistung steigern kann.

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